Kassenprotokolle


Kassenprotokolle – Die Basis für moderne Zahlungssysteme

Einleitung: Was sind Kassenprotokolle und wofür werden sie verwendet?

In der Welt des bargeldlosen Zahlungsverkehrs sind Kassenprotokolle essenziell, um Kassensysteme mit Zahlungsterminals zu verbinden. Sie definieren, wie diese Geräte miteinander kommunizieren und gewährleisten eine sichere sowie effiziente Zahlungsabwicklung.

Jedes Kassenprotokoll hat eigene Stärken, Schwächen und technische Anforderungen. Einige funktionieren nur in lokalen Netzwerken, während andere cloudfähig sind. Ebenso benötigen manche Protokolle eine numerische Terminal-ID, um das Terminal eindeutig zu identifizieren.

Vorteile eines gut gewählten Kassenprotokolls:
Schnelle und zuverlässige Transaktionen
Einfache Integration in bestehende Kassensysteme
Höhere Sicherheit durch standardisierte Schnittstellen
Cloud-Anbindung für zentrale Verwaltung möglich

Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Kassenprotokolle mit ihren Eigenschaften, Vor- und Nachteilen vor.

Für Entwickler und Integratoren sind klar dokumentierte Protokolle ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Übersicht der wichtigsten Kassenprotokolle



ZVT (Zahlungsverkehrsterminal-Standard)

ZVT ist der im deutschsprachigen Raum am weitesten verbreitete Standard für die Kommunikation zwischen Kassensystemen und Zahlungsterminals. Er basiert auf lokalen Netzwerkverbindungen und setzt eine numerische Terminal-ID voraus.

Cloud-fähig? Nein, nur lokale Netzwerke
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Ja

Vorteile:
Bewährter und weit verbreiteter Standard in Deutschland
Hohe Kompatibilität mit vielen Kassensystemen
Stabile und zuverlässige Performance

Nachteile:
Keine Cloud-Integration möglich
Eingeschränkte Flexibilität für moderne, API-basierte Systeme
Nicht optimal für internationale Märkte



REST API

REST APIs ermöglichen eine moderne Kommunikation zwischen Kasse und Zahlungsterminal über Web-Schnittstellen. Sie sind besonders flexibel und oft cloudfähig.

Cloud-fähig? Ja
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Nein

Vorteile:
Plattformunabhängig und flexibel
Skalierbar für Cloud- und Online-Systeme
Ideal für moderne Kassensysteme

Nachteile:
Internetverbindung erforderlich
Komplexere Implementierung
Abhängig von API-Verfügbarkeit des Anbieters



Cloud REST API

Diese Variante einer REST API arbeitet vollständig cloudbasiert und ermöglicht eine zentrale Verwaltung von Zahlungsterminals über das Internet.

Cloud-fähig? Ja
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Nein

Vorteile:
Keine lokale Infrastruktur nötig
Zentral steuerbar für Filialketten
Skalierbar und flexibel

Nachteile:
Abhängig von stabiler Internetverbindung
Datenschutzanforderungen beachten
Eventuelle Latenzzeiten durch Cloud-Kommunikation



O.P.I (Open Payment Interface)

Das Open Payment Interface (O.P.I) ist eine Schnittstelle für die Kommunikation zwischen Kassensystemen und Zahlungsterminals, die besonders in internationalen Märkten genutzt wird.

Cloud-fähig? Nein, arbeitet nur in lokalen Netzwerken
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Nein

Vorteile:
Hohe Sicherheit und Stabilität
Unterstützt verschiedene Zahlungsarten
International nutzbar

Nachteile:
Keine Cloud-Anbindung möglich
Komplexere Integration als moderne API-Lösungen
Nicht so weit verbreitet wie ZVT oder REST API



ep2 (EFT/POS 2000)

ep2 ist ein in der Schweiz entwickelter Zahlungsstandard, der für eine einheitliche Kommunikation zwischen Kassensystemen und Terminals sorgt. Es setzt eine numerische Terminal-ID voraus.

Cloud-fähig? Nein, nur lokale Netzwerke
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Nein

Vorteile:
Standardlösung in der Schweiz
Hohe Sicherheitsstandards
Einheitliche Schnittstelle für verschiedene Anbieter

Nachteile:
Eingeschränkt auf den Schweizer Markt
Keine Cloud-Integration möglich
Weniger flexibel als moderne API-Lösungen



myPOS

myPOS ist eine moderne Cloud-Zahlungslösung, die keine lokale Infrastruktur benötigt.

Cloud-fähig? Ja
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Nein

Vorteile:
Einfach zu implementieren
Cloud-basiert für maximale Flexibilität
Unterstützt viele Zahlungsmethoden

Nachteile:
Abhängig vom Anbieter myPOS
Eingeschränkte Anpassungsmöglichkeiten
Internetverbindung erforderlich



NEXO

NEXO ist ein international anerkannter Standard für Zahlungsverkehr, der Interoperabilität und Sicherheit bietet.

Cloud-fähig? Ja
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Nein

Vorteile:
Zukunftssicher und erweiterbar
International anerkannt
Unterstützt Cloud- und lokale Netzwerke

Nachteile:
Komplexe Implementierung
Noch nicht überall etabliert
Höherer Schulungsaufwand



ISO 20022

Ein globaler Zahlungsstandard, der besonders für Banken und Finanzdienstleister von Bedeutung ist.

Cloud-fähig? Ja
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Nein

Vorteile:
Zukunftssicherer Standard
Unterstützt viele Zahlungsformate
Hohe Sicherheit

Nachteile:
Komplex und nicht immer einfach zu implementieren
Höhere Kosten für Anpassungen
Hauptsächlich für Banken, weniger für Einzelhandel



SIX (TIM)

Ein proprietäres Protokoll der SIX Payment Services, das oft in der Schweiz eingesetzt wird.

Cloud-fähig? Nein
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Nein

Vorteile:
Hohe Sicherheit
Speziell für den Schweizer Markt optimiert
Stabile Performance

Nachteile:
Nicht international verbreitet
Keine Cloud-Fähigkeit
Begrenzte Flexibilität



Acquirer / SoftPOS Provider eigene Kassenprotokoll APIs

Viele Acquirer (Zahlungsabwickler) und SoftPOS-Provider (Anbieter von Softwarebasierten Zahlungsterminals) bieten eigene APIs zur Kassenintegration an. Diese APIs sind speziell auf deren eigene Zahlungssysteme zugeschnitten und ermöglichen eine direkte Anbindung an die Acquirer-Plattform oder SoftPOS-App.

Cloud-fähig? Ja, in den meisten Fällen
Erfordert numerische Terminal-ID? ! Nein, oft wird eine eindeutige Händler-ID oder API-Key genutzt

Vorteile:
Direkte Anbindung an den Zahlungsabwickler ohne Drittanbieter
Volle Kontrolle über Zahlungsprozesse
Oft einfache Implementierung durch moderne API-Technologie

Nachteile:
Abhängigkeit vom jeweiligen Acquirer oder SoftPOS-Anbieter
Möglicherweise weniger flexibel als universelle Protokolle
Unterschiedliche Implementierungsanforderungen je nach Anbieter
Wechsel zu einem anderen Acquirer kann aufwendige Anpassungen erfordern



Verifone FIPay / VX-Protokolle

Verifone bietet eine eigene Reihe von Protokollen für verschiedene Terminal-Generationen. Diese reichen von älteren VX-Modellen bis hin zu modernen Android-basierten Geräten mit FIPay (Verifone’s Cloud-fähige API).

Cloud-fähig? Ja (FIPay) / Nein (ältere VX-Protokolle)
Numerische Terminal-ID erforderlich? ! Nein

Vorteile:
Weit verbreitet, besonders in Europa und Nordamerika
Unterstützung für verschiedene Zahlungsarten (Kreditkarte, NFC, Mobile Payment)
FIPay erlaubt moderne Cloud-Integration

Nachteile:
Proprietäres Protokoll, daher weniger flexibel
Ältere VX-Protokolle sind nicht cloudfähig
Teilweise auf bestimmte Verifone-Terminals beschränkt



Adyen Terminal API

Adyen bietet eine komplett API-basierte Zahlungsabwicklung, die mit physischen Terminals, Online-Zahlungen und mobilen POS-Lösungen kombiniert werden kann. Besonders für internationale Händler mit Omnichannel-Strategie interessant.

Cloud-fähig? Ja
Numerische Terminal-ID erforderlich? ! Nein

Vorteile:
Sehr flexible API-Integration für POS, eCommerce und Mobile
Unterstützt kontaktlose Zahlungen und digitale Wallets (Apple Pay, Google Pay)
Keine feste Terminal-ID notwendig

Nachteile:
Starker Fokus auf Adyen-Ökosystem – weniger kompatibel mit Fremd-Acquirern
Initiale Implementierung kann technisch anspruchsvoller sein
Adyen-Preismodelle sind nicht für alle Händler optimal



Stripe Terminal API

Stripe ist vor allem als Online-Zahlungsanbieter bekannt, bietet mit der Terminal API aber auch eine POS-Lösung. Besonders interessant für Startups, E-Commerce-Unternehmen und internationale Händler mit Cloud-fähigem POS.

Cloud-fähig? Ja
Numerische Terminal-ID erforderlich? ! Nein

Vorteile:
Sehr einfache API-Integration für POS und Online-Zahlungen
Skalierbare Lösung für Händler mit mehreren Standorten
Unterstützt moderne Zahlmethoden (z. B. Apple Pay, Google Pay)

Nachteile:
Starker Fokus auf Stripe-Ökosystem – weniger flexibel für Drittanbieter
Nicht alle Acquirer werden unterstützt
Eventuell höhere Transaktionsgebühren im Vergleich zu traditionellen Anbietern



CB2 (Cartes Bancaires – Frankreich)

CB2 ist ein in Frankreich weit verbreitetes Protokoll für Kredit- und Debitkartenzahlungen. Es wird von den meisten französischen Banken und Händlern genutzt und ist eng mit dem Cartes Bancaires-Zahlungsnetzwerk verbunden.

Cloud-fähig? Nein, nur lokale Netzwerke
Numerische Terminal-ID erforderlich? ! Ja

Vorteile:
Hohe Verbreitung in Frankreich
Direkte Anbindung an französische Banken
Optimiert für nationale Transaktionen

Nachteile:
Keine native Cloud-Unterstützung
Eingeschränkte internationale Nutzung
Proprietär und stark an Frankreich gebunden



J/XFS (Java/eXtensions for Financial Services)

J/XFS ist ein offener Standard für POS-Systeme und Bankautomaten. Es ermöglicht die flexible Anbindung von Zahlungsterminals, Geldautomaten und anderen Finanzgeräten über eine plattformunabhängige API.

Cloud-fähig? Nein (lokale Integration)
Numerische Terminal-ID erforderlich? ! Nein

Vorteile:
Standardisierte Schnittstelle für verschiedene Zahlungsterminals
Gute Modularität für Banken und große Händler
Unabhängig von Terminal-Herstellern

Nachteile:
Weniger verbreitet für klassische Kassensysteme
Implementierung kann komplex sein
Keine native Cloud-Unterstützung



ELM (Electronic Lock Management) – für Tankstellen & E-Mobilität

ELM wird für Tankstellen- und E-Mobility-Zahlungen genutzt. Es verbindet Kassensysteme mit Zapfsäulen oder Ladestationen, um nahtlose Bezahlvorgänge zu ermöglichen.

Cloud-fähig? Ja
Numerische Terminal-ID erforderlich? ! Ja

Vorteile:
Speziell für Tankstellen und E-Ladestationen entwickelt
Cloud-fähig für moderne Mobilitätslösungen
Unterstützt verschiedene Zahlungsarten (Karte, App, RFID)

Nachteile:
Sehr branchenspezifisch – nicht für klassische Einzelhändler geeignet
Implementierung oft nur über spezialisierte Anbieter möglich
Starke Abhängigkeit von Infrastrukturanbietern



SoftPOS-Protokolle (Acquirer-/Provider-spezifische APIs)

SoftPOS-Lösungen ermöglichen die kartenterminalfreie Bezahlung über Smartphones oder Tablets. Viele Acquirer (z. B. myPOS, SumUp, Adyen, Stripe, PayPal) haben eigene API-Protokolle für SoftPOS entwickelt.

Cloud-fähig? Ja
Numerische Terminal-ID erforderlich? ! Nein, oft wird eine eindeutige Händler-ID oder API-Key genutzt

Vorteile:
Keine Hardware notwendig – Smartphone oder Tablet reicht aus
Flexibel und einfach für kleine Händler oder mobile Dienstleister
Unterstützt kontaktlose Zahlungen (NFC, Apple Pay, Google Pay)

Nachteile:
Oft auf bestimmte Acquirer oder Anbieter beschränkt
Nicht alle Banken und Acquirer unterstützen SoftPOS
Eventuell höhere Gebühren pro Transaktion



SumUp Terminal API

SumUp ist ein beliebter Anbieter für mobile Kartenzahlungen und bietet mit der Terminal API eine Schnittstelle zur Integration in Kassensysteme, mobile Apps oder Online-Shops. Die API ermöglicht eine einfache Anbindung von SumUp-Terminals an POS-Systeme und Cloud-Plattformen.

Cloud-fähig? Ja
Numerische Terminal-ID erforderlich? ! Nein

Vorteile:
Einfache und schnelle Integration über API
Keine numerische Terminal-ID erforderlich
Ideal für kleine Händler, Selbstständige und mobile Dienstleister
Unterstützt kontaktlose Zahlungen und mobile Wallets (Apple Pay, Google Pay)

Nachteile:
Abhängig vom SumUp-Ökosystem – weniger flexibel für Drittanbieter
Begrenzte Anpassungsmöglichkeiten für größere Händler
Nicht alle Acquirer unterstützen direkte Anbindung an SumUp, z.B. keine girocard Akzeptanz
Eventuell höhere Gebühren pro Transaktion



Zusammenfassung
Die Wahl des richtigen Kassenprotokolls hängt von den individuellen Anforderungen eines Unternehmens ab. Während ZVT und ep2 bewährte, lokale Standards sind, bieten REST API und NEXO moderne, cloudfähige Alternativen. Cloud REST API und myPOS ermöglichen einfache Cloud-Integration, während ISO 20022 besonders für Banken relevant ist.

Die Acquirer- oder SoftPOS-eigenen APIs bieten eine direkte Anbindung an die jeweilige Zahlungsplattform und sind besonders für Händler geeignet, die eng mit einem bestimmten Zahlungsdienstleister arbeiten möchten.

Ein leistungsstarkes Kassenprotokoll schafft den Rahmen für moderne, digitale Zahlungsprozesse.

💡 Unsere Empfehlung

Wer maximale Zukunftssicherheit und Flexibilität sucht, sollte auf eine API-basierte oder cloudfähige Lösung setzen.

Wer eine bewährte, stabile Integration benötigt, kann auf klassische Protokolle wie ZVT oder ep2 zurückgreifen.

Wer bereits eng mit einem Acquirer oder SoftPOS-Anbieter zusammenarbeitet, kann von deren proprietären APIs profitieren.

Sie benötigen ein bestimmtes oder nicht aufgeführtes Kassenprotokoll? Kontaktieren Sie uns gerne.

Lassen Sie sich beraten, um die optimale Lösung für Ihre Anforderungen zu finden!